Ziele
Hast Du Dich schon einmal gefragt, ob Deine Ziele wirklich Deine eigenen sind? Oder folgst Du einfach dem nächsten logischen Schritt, den das Leben scheinbar für Dich vorgesehen hat? Woher weißt Du eigentlich, dass dieses Ziel wirklich zu Dir und Deinem Leben passt? Und noch etwas werde ich oft gefragt: Warum brauchen wir überhaupt Ziele? Schließlich machen sie doch nur Druck. Viele Menschen sind vom Alltag so erschöpft, dass sie gar keine Kraft mehr haben, eigene Ziele zu verfolgen. Sie arbeiten ein Leben lang für die Ziele anderer. Doch genau darin liegt für mich der entscheidende Punkt. Was möchtest Du am Ende Deines Lebens erreicht haben? Möchtest Du auf ein Leben zurückblicken, das hauptsächlich daraus bestand, von Sonntagabend bis Freitagmittag auf den Feierabend oder den nächsten Urlaub zu warten? Oder möchtest Du irgendwann sagen können:
"Diesen Traum habe ich mir erfüllt."
"Dafür habe ich gekämpft."
"Darauf bin ich stolz."
Stell Dir einmal vor, Du hättest überhaupt keine Ziele. Wie würde Dein Leben verlaufen? Wärst Du in einem Beruf glücklich, der Dich ein Drittel Deiner Lebenszeit kostet? Kannst Du Deine Freizeit wirklich genießen, wenn Du in anderen Lebensbereichen unzufrieden bist? Ich glaube, ohne eigene Ziele reagieren wir oft nur noch auf das Leben, statt es bewusst zu gestalten. Für mich ist ein Mensch ohne Ziele wie ein Stück Treibholz auf dem offenen Meer. Jede Welle bestimmt seine Richtung. Mal geht es nach links. Mal nach rechts. Doch er entscheidet nie selbst, wohin die Reise gehen soll. Wer hingegen ein Ziel hat, setzt die Segel selbst. Der Wind mag sich ändern, doch die Richtung bestimmt er.
Noch viel häufiger als Menschen ohne Ziele begegnen mir Menschen mit den falschen Zielen. Nicht, weil sie falsch an sich sind, sondern weil sie gar nicht ihre eigenen sind. Wir wachsen mit Vorstellungen auf, wie ein "erfolgreiches Leben" auszusehen hat. Heiraten, ein Haus bauen, Kinder bekommen, Karriere machen. Mehr Geld verdienen. Mehr Status erreichen. Mehr von allem. Doch manchmal bedeutet dieses "Mehr" gleichzeitig immer weniger von uns selbst. Und irgendwann sitzt man da und fragt sich: "War das eigentlich wirklich mein Traum?"
Genau das habe ich selbst erlebt. Ich wollte nie Kinder haben. Trotzdem habe ich mir mit Anfang dreißig einreden lassen, dass es "dazugehört". Dass ich es irgendwann bereuen könnte. Dass die Zeit langsam knapp wird. Ich begann plötzlich, an mir selbst zu zweifeln. Erst ein sehr einschneidendes Erlebnis hat mich gezwungen, ehrlich hinzuschauen und mich zu fragen: War dieser Wunsch jemals wirklich meiner? Heute weiß ich: Nein. Ich hatte mich unbewusst von den Erwartungen anderer beeinflussen lassen. Den Verlust habe ich nur sehr schwer verarbeitet. Doch gleichzeitig hat er mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich selbst zuzuhören und nicht nur den Stimmen im Außen. Deshalb möchte ich Dir von Herzen mitgeben: Nimm Dir die Zeit, Dich selbst kennenzulernen.
Frage Dich nicht, was andere von Dir erwarten. Frage Dich: Was möchte ich wirklich?
Deshalb beginnt mein Prozess nicht mit Zielen. Ich habe deshalb auf dieser Homepage bewusst eine andere Reihenfolge gewählt.
Nicht zuerst Ziele. Sondern zuerst:
- Deine Werte.
- Dein Warum.
- Deine Lebensbalance.
- was Dir wichtig ist,
- was Dich antreibt
- und wo Du heute stehst,
kannst Du Ziele definieren, die wirklich zu Dir passen. Du darfst Dich dabei selbst kennenlernen. Es wird uns heute kaum noch beigebracht, auf unser Bauchgefühl zu hören. Doch genau dazu möchte ich Dich ermutigen. Höre auf Deine Intuition. Auf Deinen Körper und auf Dein Herz. Die Lebensbalance hilft Dir anschließend dabei, diese Richtung dauerhaft beizubehalten.
Kleine Schritte - große Ziele
Ein kleines Beispiel: Du möchtest eine neue Sprache lernen. In Deinen Werten spielen Reisen, Freiheit oder Offenheit jedoch kaum eine Rolle. Auch Dein Warum liegt eher in Sicherheit und Beständigkeit. Dann lohnt sich die ehrliche Frage: Wofür brauchst Du diese Sprache überhaupt? Ist sie für Deinen Beruf wichtig? Dann ergibt sie Sinn. Möchtest Du sie jedoch nur lernen, weil andere es tun, wirst Du sie wahrscheinlich nach kurzer Zeit wieder vergessen.
Ganz anders sieht es aus, wenn Freiheit, Wachstum oder Reisen zu Deinen wichtigsten Werten gehören und Dein Traum darin besteht, später auszuwandern. Dann bekommt dieses Ziel plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Deshalb sollten wir sie nicht für Ziele einsetzen, die uns eigentlich gar nichts bedeuten. Die falschen Ziele kosten Energie. Die richtigen schenken Dir Energie. Genau darin liegt für mich der größte Unterschied.
Ein Ziel darf niemals auf Kosten Deines gesamten Lebens erreicht werden. Wenn Du all Deine Energie in Deine Karriere steckst und Deine Gesundheit dauerhaft vernachlässigst, wird Dein Körper irgendwann die Rechnung schicken. Erschöpfung, Burnout und Krankheit sind die Folge. Deshalb prüfe ich heute jedes Ziel immer im Zusammenhang mit meinen fünf Lebensbereichen. Nur wenn mein gesamtes Leben davon profitiert, bleibt das Ziel langfristig tragfähig.
Oft scheitern wir gar nicht an mangelnder Disziplin. Sondern daran, dass unsere Ziele zu ungenau formuliert sind. "Ich möchte abnehmen." Das klingt gut. Doch woran erkennst Du später, dass Du Dein Ziel erreicht hast?
Vergleiche einmal: "Ich möchte abnehmen." mit "Ich möchte bis zu meinem Geburtstag fünf Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Lieblingshose passe."
Spürst Du den Unterschied?
Genau dabei hilft die SMART-Methode. Sie macht aus einem Wunsch ein konkretes Ziel.
S = spezifisch
M = messbar
A = attraktiv
R = realistisch
T = terminiert
Sie sorgt dafür, dass Dein Ziel klar und greifbar wird.
Mein großer Traum ist mein eigener Fernwanderweg bis nach Gibraltar. Doch eigentlich lautet mein Ziel nicht: "Ich möchte nach Gibraltar laufen." Mein eigentliches Ziel ist viel größer. Ich möchte bis ins hohe Alter gesund, fit und neugierig bleiben. Gibraltar ist lediglich das sichtbare Ergebnis. Deshalb plane ich nicht das große Ziel. Ich plane den nächsten kleinen Schritt. Jedes Jahr eine neue Etappe. Das ist realistisch und machbar. Mit Freude statt Druck. Und jedes einzelne Etappenziel ordne ich meinem großen Warum unter. Ich möchte gesund bleiben. Ich möchte reisen. Ich möchte frei und selbstbestimmt leben.
Hier tauchen meine Werte wieder auf:
- Gesundheit
- Freiheit
- Selbstbestimmung
Fazit
