Warum
Dein Warum – Dein emotionaler Antrieb
Hast Du schon einmal ein Ziel verfolgt und nach kurzer Zeit wieder aufgegeben?
Genau dieses Muster kenne ich selbst nur zu gut. Viele Jahre lang habe ich mir immer wieder neue Ziele gesetzt, bin aber oft nicht lange genug drangeblieben, um sie wirklich zu erreichen. Heute weiß ich warum das so war. Ich hatte kein echtes WARUM.
Ein kleines Beispiel: Du nimmst Dir vor, gesünder zu leben. Du möchtest auf Deine Ernährung achten und mehr Sport machen. Dafür müssen wir meist unsere gewohnte Komfortzone verlassen. Und genau das mag unser innerer Schweinehund gar nicht. Es fällt uns schwer dranzubleiben und wenn wir einmal aus dem Rhythmus geraten, geben wir oft ganz auf.
Doch warum machen wir danach nicht einfach weiter?
Weil wir unser WARUM nicht kennen!
Hast Du ein starkes WARUM, wirst Du auch nach einer Pause wieder anfangen. Mich wirft zum Beispiel eine Reise oft aus meinen Routinen und Gewohnheiten. Ohne mein WARUM würde ich vieles nach dem Urlaub nicht wieder aufnehmen. Doch ich kenne meinen Antrieb und genau deshalb mache ich auch nach einer Pause weiter. Wenn Du Dein WARUM kennst, ist Dein Wunsch stärker, als die Anstrengung deinen Schweinehund zu überwinden.
Doch was ist dieses ominöse „Warum“ eigentlich?
Unser Warum kann unser Sinn des Lebens sein oder manchmal einfach der Grund, warum wir etwas unbedingt erreichen wollen.
Unser WARUM ist unser Antrieb. Unser Motor.
Ziele geben uns hingegen eine Richtung vor. Ein wichtiges Ziel für mich war zum Beispiel, mit Mitte 30 einen neuen beruflichen Weg einzuschlagen. Mein WARUM dahinter war und ist bis heute Selbstbestimmung. Ich möchte selbst entscheiden können, wie ich arbeite, wie ich lebe und welchen Weg ich gehe, sowohl beruflich, finanziell und privat.
Intrinsische und extrinsische Motivation
Es gibt jedoch auch Ziele, die gar nicht wirklich zu uns passen. Ziele, die wir verfolgen, weil wir glauben, wir sollten sie erreichen. So wollte ich zum Beispiel lange Zeit schlanker sein. Doch mein WARUM dahinter war das falsche.
Ich wollte Anerkennung.
Ich wollte gefallen.
Und genau hier liegt der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
Wenn Dein WARUM von anderen Menschen abhängig ist, wirst Du Dein Leben lang versuchen, Erwartungen zu erfüllen. Du wirst Dich anpassen, verbiegen und trotzdem wird es niemals genug sein. Denn jeder Mensch hat andere Vorstellungen davon, wie Du sein solltest. Das nennt man extrinsische Motivation. Der Wunsch kommt von außen.
Die intrinsische Motivation hingegen kommt aus Deinem Inneren. Sie richtet sich nach Deinen Werten. Du tust etwas für Dich. Für Dein Wohlbefinden. Für Dein Leben. Wenn Du beispielsweise gesünder leben möchtest, um länger fit und aktiv zu bleiben, spielt die Meinung anderer plötzlich keine große Rolle mehr. Du tust es für Dich. Für Deine Zukunft. Für Dein Leben. So wirst Du deutlich unabhängiger vom ständig wechselnden Lärm im Außen und Dein Inneres kann endlich zur Ruhe kommen.
Wir übernehmen oft Ziele, die gar nicht unsere sind
Ich habe im Laufe meines Lebens erkannt, wie leicht wir Ziele übernehmen, die eigentlich gar nicht unsere sind. So sah es bei mir zum Beispiel mit dem Kinderwunsch aus. Lange habe ich geglaubt, dass dieser Wunsch zu meinem Leben gehören müsste. Erst später wurde mir bewusst, dass hier vor allem Erwartungen von außen eine Rolle gespielt haben. Und zum ersten Mal wurde mir bewusst, wie stark äußere Erwartungen unser Denken beeinflussen können. Wir wollen schöner sein. Erfolgreicher sein. Mehr besitzen. Mehr leisten. Oft hinterfragen wir gar nicht, ob wir das alles wirklich selbst wollen. Ich glaube heute: Der einzige Mensch, mit dem wir uns vergleichen sollten, ist unser gestriges Ich. Genau deshalb ist es so wichtig, das eigene Warum zu kennen. Denn erst wenn wir wissen, was uns wirklich antreibt, können wir Ziele wählen, die zu uns passen.
Mein Warum
Mein Traum ist mein eigener Fernwanderweg. Doch bei meinen letzten Wanderungen habe ich immer wieder Schmerzen in den Gelenken gespürt. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe mich auf meine Werte besonnen. Mein wichtigster Wert ist Gesundheit.
Denn, wie sagt man so schön:
„Du hast tausend Probleme, wenn Du gesund bist, aber nur noch eines, wenn Du krank bist.“
Also habe ich beschlossen, gesünder zu leben. Doch diesmal nicht einfach nur, weil es vernünftig klingt, sondern weil ich mein WARUM kenne. Mein WARUM ist: Ich möchte mein Leben bewusst und gesund führen, frei und selbstbestimmt meinen Weg gehen und zeigen, dass man auch mit kleinen Schritten Großes erreichen kann, ohne sich dabei zu verbiegen. Es ging in meinem Leben nie darum, besonders weit zu wandern. Es geht mir heute darum, mich selbst auf diesem Weg zu finden. Mit jeder Etappe entdecke ich ein neues Puzzleteil, das zu mir gehört. So gewinne ich immer mehr Klarheit darüber, wer ich bin und was ich wirklich möchte. Vielleicht ist genau das die eigentliche Reise. Nicht die Strecke, sondern die Entwicklung, die unterwegs passiert.
Fazit
Deine Werte beantworten die Frage:
Was ist mir wichtig?
Dein WARUM beantwortet die Frage:
Warum bin ich bereit, diesen Weg zu gehen?
Deine Ziele beantworten die Frage:
Wo möchte ich hin?
Ein Ziel ohne WARUM kann schnell zur Belastung werden.
Ein Ziel mit einem starken WARUM, das zu Deinen Werten passt, wird zu Deiner Entscheidung.
Und deshalb solltest Du deine Werte und dein WARUM kennen, bevor Du Deine Ziele festlegst.
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